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Deutschordenspfarrei St. Peter und Paul Heilbronn
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Kilianspfarrer rückt in Chefetage der Notfallseelsorger nach

HEILBRONNER STIMME Samstag, 13. Januar 2018

Redakteur Carsten Friese

Rochade bei den Notfallseelsorgern in Stadt und Landkreis Heilbronn: Der bisherige Leiter Jörg Spahmann, Schuldekan in Öhringen, übergibt sein Amt in jüngere Hände. Der Heilbronner Kilianskirchenpfarrer Hans-Jörg Eiding übernimmt die Rolle im dreiköpfigen Leitungsteam neben Diakon Carsten Wriedt (St. Peter und Paul) und der operativen Leiterin Regina Wurst. Gleichzeitig wird Eidings Büro in der Kirchbrunnenstraße die neue Geschäftsstelle der regionalen Notfallseelsorge.

Zwölf Jahre hat Spahmann (61) die Gruppe der Notfallseelsorger geführt, jetzt will er eine kreative Pause machen. Anlass war die Geburt seines ersten Enkelkinds, die Tochter wohnt mit Familie in Lörrach. Da sei er nun öfter als Großvater gefragt. Kontinuierlich haben die Einsatzzahlen seit dem Start im Jahr 2001 zugenommen. Von anfangs 30 bis 50 auf 176 Einsätze im Jahr 2017 – gut jeden zweiten Tag einer. Durch die gewachsene Professionalität „werden wir von den Rettungsdiensten häufiger gerufen“, erklärt Spahmann den Trend. Als eindrücklichste Einsätze bleiben bei ihm Todesfälle mit Kindern im Gedächtnis, ebenso der Einsatz nach einem Kranunfall bei einem Schulfest in Neuenstadt oder nach einer Macheten-Attacke in Gundelsheim. In vielen Situation spüre man „die tiefe Dankbarkeit der Angehörigen“, denen die Seelsorger zur Seite stehen. Er sieht die ehrenamtliche Notfallseelsorge weiter gut aufgestellt für die Zukunft.

Pfarrer Hans-Jörg Eiding (55) ist auch schon seit 2004 als Notfallseelsorger im Einsatz. Für ihn ist der besondere Dienst in extremen Notsituationen „eine unheimlich wichtige und wertvolle Aufgabe“. Es sei aber auch anstrengend, bei den Trauernden behutsam abzutasten, was sie brauchen, ohne sich aufzudrängen. Vielleicht in 20 Prozent der Fälle spreche er ein Gebet, überschlägt Eiding. Plötzliche Todesfälle in der Familie, Suizide, Unfälle – das Leid hat viele Gesichter. Vom völlig apathischen bis zum ekstatisch schreienden Angehörigen hat Carsten Wriedt (56) schon alles erlebt. Distanz müsse man wahren, „sonst geht man kaputt“, sagt Hans-Jörg Eiding. Es gebe Gespräche mit Kollegen, Supervision, eigene Rituale. Er selbst fährt vom Notfalleinsatz mit offenem Fenster und laut aufgedrehter Musik heim, andere Kollegen gingen joggen oder in die Sauna.

Zuweilen müssen die Notfallseelsorger auch für Rettungskräfte da sein, die nach harten Einsätzen selbst mit dem Erlebten kämpfen. Einige Male im Jahr „stehen wir auch den Feuerwehren zur Verfügung“, erläutert Regina Wurst (51). Alarmiert wird die Gruppe über die Integrierte Einsatzleitstelle.

Als Hans-Jörg Eiding bei einer Großfamilie nach einem Todesfall war, war es eine schwierige Situation. Am Ende sagte ein Familienmitglied zu ihm „Danke fürs Menschsein“. Da wusste er, „dass der Einsatz einen Sinn hatte“.


Für unsere Kindergartengruppen gehört der Krippenbesuch zum Beginn eines neuen Kalenderjahres dazu.
Hier ein Bild, aus der Nachbearbeitung des Besuchs: Sogar unser Deutschordensritter bleibt in Erinnerung ...


Das weihnachtlich geschmückte Deutschordensmünster


Gibt es noch eine Krippe, in der "Owie" lacht ...?


Die interaktive Krippe: da hat jemand der Liebesbotschaft Gottes Ausdruck gegeben



Sternsinger in Heilbronn: "Die Menschen öffnen die Türen und ihre Herzen"

Heilbronner Stimme 31. Dezember 2017, 20:34 Uhr und Update: 31. Dezember 2017, 20:34 Uhr von Gertrud Schubert
Sternsinger in Heilbronn: "Die Menschen öffnen die Türen und ihre Herzen"

Herta Saum betreut seit 20 Jahren Sternsinger und ist nach wie vor begeistert von der großen Kinder-Spendenaktion. In ihrer Kirchengemeinde St. Peter und Paul kümmert sich ein engagiertes Team um die Kinderkönige.

Jetzt singen und sammeln sie wieder. In Trier, in Bad Buchau und an Silvester auch in Heilbronn werden die Sternsinger ausgesandt. Herta Saum betreut in St. Peter und Paul in der Innenstadt von Heilbronn die Kinderkönige − seit 20 Jahren schon. Die Freude der Kinder ist einfach mitreißend.

Kommen die Kinder in Scharen?

Herta Saum: Man muss sie ein bisschen überreden. So ganz ohne ist das nicht. Es sind nämlich Weihnachtsferien, da gibt es ein wunderbares Alternativprogramm: Freunde treffen, ins Kino gehen, verreisen ist womöglich attraktiver, als stundenlang durch die Stadt zu ziehen und Leute zu besuchen, auch wenn es draußen kalt und ungemütlich ist.

Wer macht mit?

Saum: Unsere Erstkommunionkinder. Die machen entweder beim Krippenspiel mit oder beim Sternsingen, manche sogar bei beidem. Es teilt sich immer so fifty-fifty. Mir wäre es natürlich lieber, sie würden alle Sternsinger, weil sie da was fürs Leben lernen: Dass Kinder etwas für Kinder machen können. Kinderchorkinder sind dabei, ein paar Ministranten, manche bringen Freunde mit. Wir fragen nicht nach der Konfession. Und alt gediente Sternsinger kommen wieder. Das Ganze ist ein bisschen eine Beziehungsgeschichte. Die kommen gerne, denn die Aktion ist auch lustig bei uns. Da wird viel gelacht.

Einmal Sternsinger, immer Sternsinger? Wie war das bei Ihnen?

Saum: Ich bin 1965 geboren und durfte nicht ministrieren. Aber ich durfte beim Sternsingen dabei sein wie meine Brüder, obwohl das Ganze in Aalen eine große Ministrantenaktion war. Die Stimmung war großartig. Viel Schnee. In den Gewändern rumlaufen. Das gute Gefühl, dass wir erwartet werden.

War es auch wichtig, viel Geld einzusammeln?

Saum: Jaaa. Wir wussten ja, was wir tun ist, einfach gut. Die frohe Botschaft ,die wir in der Kirche hören, die setzen wir um. Wir haben uns gefreut, wenn die Dose nicht von Münzgeld schwer wurde, sondern von Scheinen zugestopft war. Das geht den Kindern heute genauso.

Wird jeden Abend zusammenzählt?

Saum: Die verplombten Dosen werden abgegeben. Punkt 18 Uhr, das ist ein fixer Termin, kommen alle 30 Kinderkönige und Betreuer im Gemeindehaus zusammen. An vier Abenden kochen fleißige Frauen aus der Gemeinde für uns − Linsen mit Spätzle, Auflauf, Maultaschen, Spaghetti. Der Mittag ist nämlich immer lang, die frische Luft macht hungrig. Und am Abend, da tauscht man sich aus. Da wird erzählt und viel gelacht. Das Sammelergebnis machen wir erst am Schluss bekannt. Und am 6. Januar nach dem Gottesdienst gibt es ein Festessen.

Wie oft treffen sie sich zum Üben?

Saum: Dreimal. Die Aktion und das Beispielland werden mit einem Film vorgestellt. Wir üben die Lieder. Die Texte müssen sie auswendig lernen. Wir spielen einen Hausbesuch vor, damit die Kinder sich die Situation vorstellen können.

Und wer wird wer?

Saum: Manche Kinder wollen unbedingt zusammenbleiben. Früher gab es manchmal Diskussion, wer lässt sich die schwarze Farbe ins Gesicht schmieren. Aber jetzt hat man ja Theaterschminke, das geht gut. Bei mir laufen sogar Könige aus Togo mit, nahtlos gebräunt vom Kopf bis zu den Zehen. Jede Gruppe sollte aus vier Kindern bestehen. Wenn aber Not ist, dann trägt auch die Betreuerin den Stern.

Und wann endlich ist Kostümprobe?

Saum: Beim letzten Treffen bevor es ernst wird. Unsere Gewändern sind königlich. "Mei seid Ihr schön", sagen die Leute immer und wollen wissen, wer uns eingekleidet hat. Ingrid Weinreuter aus Böckingen hat vor Jahren unsere Gewänder entworfen und dazu passende Turbane genäht. Die Kinder nehmen die Kleider mit heim. Wir achten darauf, dass in jeder Gruppe unterschiedliche Farben vorkommen.

Wer schreibt, wer sammelt, wer muss schwätzen?

Saum: Also, was sagen muss jeder König. Jeder hat seinen Text. Am Anfang klingt es noch ein bisschen zögerlich: "Gott segne euch im neuen Jahr, das wünscht euch die Dreikönigsschar." Am Schluss kommt das ganz souverän rüber. Nach 80 bis 100 Hausbesuchen kann jeder jeden Text. Die anderen Aufgaben tauschen die Könige untereinander.

Könnten die Könige nicht ein bisschen besser singen?

Saum: Jein. Wir können keine Wunder bewirken. In der Kürze der Zeit kann ich aus den Sternsingern kein Regensburger Domspatzen machen. Manche singen ganz sauber, bei manchen ist es eher ein Brummton oder Sprechgesang.

Zu wem kommen die Sternsinger?

Saum: Jede Gruppe hat eine Liste. Die hat sich im Lauf der Jahre entwickelt. Der Stamm waren anfangs die Abonnenten des Kirchenblatts. Wir werden auch auf der Straße angesprochen und spontan hereingebeten. Die Leute schreiben wir auch auf unsere Liste. Wir singen auch in Altenheimen, in der Polizeidirektion, sogar auf dem Friedhof. In Apotheken und beim Metzger sind wir gern gesehen. Beate Maurer und Sabine Dietz gehen mit ihren Gruppen sogar in Hotels und in Kneipen.

Was bedeuten die Buchstaben an der Haustür? Sind sie nicht auch ein eitles Zeichen der Bewohner: Schaut her, ich habe gespendet?

Saum: Niemals. Ich hatte noch nie das Gefühl, dass es um Eitelkleit geht. Den Leuten ist der Segen wichtig. Und sie wollen die Kinder mit ihrer Spende unterstützen. Die Menschen öffnen die Türen und das Herz noch mehr. Die Spendenfreudigkeit ist beeindruckend. CMB, sagt der Volksmund, heißt Caspar, Melchior, Balthasar. Aber wir und die Kinder wissen, wie es gemeint ist: Christus mansionem benedicat. Christus segne dieses Haus.

Die Könige werden mit Süßigkeiten überschüttet. Was machen sie damit?

Saum: Sie dürfen sie behalten. Da kommen jedesmal zwei, drei Tüten voll zusammen. Man schmeißt am Abend alles auf dem Tisch zusammen. Gruppenweise. Dann wird erst einmal gestaunt. Und dann wird aufgeteilt, wenn andere weniger bekommen haben. Die Schokolade reicht bis Ostern, locker. Am dritten Tag, wenn es wieder solche Mengen sind, greifen wir Betreuer ein. Wir geben die Süßigkeiten an Meseno, die Tafel, die Bahnhofsmission weiter. Da gibt es kein Murren.

Wie viel haben die Sternsinger Ihrer Gemeinde 2016/17 gesammelt?

Saum: Es liegt immer bei 8000 Euro. Wir hatten auch mal schon 10.000, das war natürlich toll. Das Geld ist wichtig, aber noch wichtiger ist, dass wir die Leute besuchen.