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Deutschordenspfarrei St. Peter und Paul Heilbronn

Krankensegen
Krankenkommunion
Krankensalbung

Kranksein ist ein Einschnitt in das Leben: schon kleinere Erkrankungen lehren uns, das unser gewohntes – von uns geplantes – Leben so nicht weiter fortschreiten kann. Auch bei bester medizinischer Versorgung bleibt eine Erfahrung nicht erspart: der kranke Mensch ist nicht in der Lage, in vertrauter Weise in der menschlichen Gemeinschaft zu leben; auf dem Krankenlager durchlebt er bedrückende Zeiten der Einsamkeit in Sorge um sich selbst und die ihm liebgewordenen Menschen. Diese zeitweilige Aufhebung der menschlichen Nähe empfinden auch die Angehörigen und Freunde als Belastung. Sie tun, was sie nur können, um ihre Kranken zu versorgen. Bei allen Gütern des Lebens, die liebevoll an das Krankenbett gebracht werden, gerät möglicherweise der Aspekt der geistlichen Gemeinschaft, die dem erkrankten Christen fehlt, an den Rand des Bewusstseins.
Der wichtigste und naheliegende erste Schritt ist, mit und für den Kranken zu beten und ihm, je nach Verfassung, aus der Heiligen Schrift vorzulesen.
Darüber hinaus ist daran zu erinnern, dass die Kirche zur Stärkung der Kranken und Schwachen, die unsere besondere Aufmerksamkeit verdienen (Mt 25,36), drei Formen anbietet.

Das Rituale „Die Feier der Krankensakramente“ bietet mehrere Vorlagen für den

Krankensegen

an. Der Geistliche legt dabei dem Kranken die Hände auf, der Laie, der die Segensbitte mit gefalteten Händen spricht, bezeichnet anschließend den Kranken mit dem Kreuzzeichen auf der Stirn. In der Anrufung Gottes, namentlich für diesen Kranken, wird dem Betroffenen eine besondere Nähe Gottes und derer, die für und mit ihm beten, erfahrbar.

Wenn der Kranke in der Lage ist, die

Krankenkommunion

zu empfangen, so verbindet diese ihn mit der Eucharistiefeier seiner Gemeinde. Die sakramentale Gegenwart des Herrn ist für den Kranken ein tiefes Erlebnis der Stärkung; gleichzeitig der Bestärkung der bleibenden Gemeinschaft mit Christus und seiner ganzen Kirche auch in den Tagen der Erkrankung. Jeder Kommunionhelfer kann die Krankenkommunion überbringen. Der Verfassung des Patienten entsprechend wird der die Spendung der Kommunion vorbereitende Wortgottesdienst gestaltet.

Dem Priester ist es vorbehalten, das Sakrament der

Krankensalbung

zu spenden. Aufgrund eines immer noch weitverbreiteten Missverständnisses, es handele sich hier um die „letzte Ölung“, löst das Angebot dieser sakramentalen Stärkung bei vielen Menschen einen Schrecken, fast Panik aus: „Wenn der Pfarrer kommt, ist es bald aus mit mir.“ Die Krankensalbung ist ein Sakrament, welches der Bedürftige (der Schwerkranke oder Schwache) jeden Alters (auch ein Kind!) empfangen kann – es kann auch wiederholt gespendet werden (z.B. bei einer erneuten schweren Erkrankung oder bei einer deutlichen Verschlechterung des Zustandes). Gemäß dem Jakobusbrief (Jak 5,14) wird dieses Sakrament durch Salbung mit dem Krankenöl (auf Stirn und Hände) gespendet.

Für alle genannten Zuwendungen, die unsere Kirche dem gläubigen Kranken anbietet, gilt, dass möglichst der kranke oder schwache Mensch selbst um diese geistliche Stärkung bittet, damit er diese im Glauben empfangen kann. Insofern möge sich auch der Gesunde schon im Voraus mit den Krankensakramenten vertraut machen, damit im „Ernstfall“ nicht nur Arzt und Medikamente, sondern gerade auch der sakramentale Beistand angenommen werden können.

Sprechen sie bei Bedarf als Betroffener, oder stellvertretend als Angehöriger und Bekannter, die Geistlichen in ihrer Gemeinde rechtzeitig an – damit bei einer Krankheit gemeinsames Gebet (Jak 5,15f) und sakramentale Stärkung die Gemeinschaft der Gemeinde mit den Kranken im Namen Christi erhalten.
Die Erkenntnisse der Medizin können in vielen Situationen Erstaunliches leisten und viele Krankheiten heilen – wir müssen trotzdem immer wieder die Grenzen dieser Möglichkeiten in schmerzlicher Weise erfahren. Grundsätzlich sind christliche Rituale keine „magischen Beschwörungen“, welche ärztlicher Kunst entgegenstehen oder diese ersetzen sollen. Sie bekommen allerdings ihre tiefste Eindrücklichkeit in Situationen, wo das Leben spürbar seiner Grenze, dem Ende zustrebt – denn dieser letzte Lebensabschnitt verlangt vom Betroffenen eine besondere Kraft des Glaubens: auf diesem Weg muss der Mensch be- und gestärkt werden (siehe dazu auch im Gotteslob Nr. 8 – 12) um zu spüren, dass er nicht allein geht.